12. Februar 2026
Die natürliche Schiefe beim Pferd –
warum dein Pferd
auf einer Seite schlechter läuft
Fast jedes Pferd hat eine „gute“ und eine „schlechte“ Seite.
Es fällt auf eine Schulter, biegt sich nur schwer oder angaloppiert nur auf einer Hand richtig.
Viele denken:
"Mein Pferd ist einfach steif."
In Wirklichkeit steckt fast immer die natürliche Schiefe dahinter.
Was bedeutet natürliche Schiefe?
Wie wir Menschen rechts- oder linkshändig sind, hat auch jedes Pferd eine stärkere und eine schwächere Körperseite.
Das zeigt sich im Körper:
- eine Schulter ist dominanter
- eine Hinterhand tritt stärker unter
- eine Seite trägt mehr Gewicht
- eine Seite schiebt mehr
Das Pferd läuft also nicht gerade — sondern leicht gebogen.
Und genau so wird es geboren.
Woran erkennt man die Schiefe?
Typische Anzeichen:
- fällt im Zirkel nach innen oder außen
- angaloppiert nur auf einer Hand gut
- stellt sich leichter zu einer Seite
- Sattel rutscht immer in dieselbe Richtung
- ein Zügel fühlt sich schwerer an
- Hinterhuf tritt nicht in die Spur des Vorderhufs
Oft wirkt das Pferd „widersetzlich“ — dabei versucht es nur, sein Gleichgewicht zu halten.
Warum das wichtig ist
Ein schiefes Pferd belastet seinen Körper ungleichmäßig.
Folgen können sein:
- Verspannungen
- Taktfehler
- Probleme beim Galopp
- Schulterlahmheiten
- Rückenprobleme
Viele wiederkehrende „Trainingsprobleme“ sind in Wahrheit Balanceprobleme.
Ziel der Ausbildung: Geraderichten
Geraderichten bedeutet nicht, das Pferd gerade zu machen —
sondern beide Körperseiten gleich stark zu machen.
Erst dann kann ein Pferd:
- den Rücken heben
- den Reiter tragen
- in echter Anlehnung laufen
- gesund bleiben
Geraderichtung ist deshalb kein Dressurdetail, sondern Gesundheitsarbeit.
Wie man die Schiefe verbessert
Wichtig: Nicht festhalten — sondern ausgleichen.
Hilfreich sind:
Biegung
Viele Handwechsel, große Linien, Schlangenlinien
Übergänge
Aktivieren die Hinterhand gleichmäßig
Seitengänge
Schulterherein ist eines der effektivsten Trainings überhaupt
Stangenarbeit
Verbessert Koordination und Körpergefühl
Schon wenige Minuten korrektes Training verändern mehr als langes Reiten im Kreis.
Fazit
Dein Pferd macht nichts falsch — es ist nur schief geboren.
Probleme entstehen erst, wenn wir erwarten, dass es uns trägt, ohne ihm vorher Balance beizubringen.
Geraderichten bedeutet daher nicht Perfektion, sondern Fairness.




