12. Februar 2026
Viele Reiter hören im Stall den gleichen Satz:
„Der ist halt tollpatschig.“
Wenn ein Pferd häufiger stolpert, wird das schnell auf Müdigkeit, Faulheit oder den Boden geschoben.
Tatsächlich ist Stolpern aber fast immer ein Hinweis darauf, dass sich das Pferd körperlich nicht optimal bewegen kann.
Je früher man die Ursache erkennt, desto einfacher lässt sich das Problem lösen.
Warum Pferde überhaupt stolpern
Beim Laufen muss ein Pferd die Vorhand aktiv anheben und nach vorne führen.
Dafür braucht es:
- freie Schulterbewegung
- tragende Hinterhand
- einen schwingenden Rücken
Ist einer dieser Punkte eingeschränkt, setzt das Pferd den Huf zu spät nach vorne — es „bleibt hängen“.
Stolpern ist daher kein Konzentrationsproblem, sondern ein Bewegungsproblem.
Die häufigsten Ursachen
1. Eingeschränkte Schulterbeweglichkeit
Sehr häufig kann das Pferd das Vorderbein nicht frei nach vorne führen.
Besonders sichtbar:
- Stolpern im Trab
- Probleme auf gebogenen Linien
- kurzes Vorderbein
2. Fester Rücken
Ein verspannter Rücken verhindert, dass die Vorhand entlastet wird.
Das Pferd fällt auf die Vorhand und verliert Balance.
Typisch:
- Taktfehler
- eiliges Laufen
- häufiges Abstützen auf der Hand
3. Fehlende Hinterhandaktivität
Trägt die Hinterhand zu wenig Gewicht, muss die Vorhand mehr auffangen.
Die Beine werden nicht rechtzeitig angehoben.
Oft gleichzeitig:
- schwer angalloppieren
- häufiges Straucheln bergab
- schneller ermüdet
4. Zu schnelles Tempo
Viele Pferde laufen schneller als sie balancieren können.
Je eiliger das Tempo, desto häufiger das Stolpern.
Was du NICHT tun solltest
Mehr treiben.
Das Pferd stolpert nicht, weil es zu langsam ist, sondern weil es sich nicht besser organisieren kann.
Mehr Druck verstärkt die Unsicherheit und erhöht die Stolpergefahr.
Erste praktische Hilfe
Bevor du reitest, prüfe kurz die Beweglichkeit:
- sanftes Vorführen der Schulter
- gebogene Linien im Schritt
- ruhige Übergänge
Verbessert sich das Stolpern danach deutlich, lag die Ursache sehr wahrscheinlich im Bewegungsapparat.
Wann du genauer hinschauen solltest
Wenn dein Pferd:
- regelmäßig stolpert
- nach dem Training steifer wird
- Probleme eher mehr als weniger werden
solltest du die Ursache genauer abklären statt weiter zu trainieren.
Fazit
Stolpern ist kein Charakterproblem, sondern ein Warnsignal.
Das Pferd zeigt, dass Balance oder Beweglichkeit fehlen.
Behandelst du die Ursache statt das Symptom, verschwindet das Stolpern oft überraschend schnell.
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